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Business
13.11.2018

Sears in der Insolvenz

Die Sears Holding Corporation ist pleite. Die Insolvenz wird vom Vermieter über den Lieferanten bis hin zur gesamtem Arbeiterschaft Auswirkungen haben. Viele Händler hatten bereits aus Selbstschutz strengere Zahlungsbedingungen bei Sears durchgesetzt und weigern sich nun, ihre Waren an deren Filialen zu liefern, was das Geschäft noch weiter lahmlegt. Trotzdem gibt es auch einige Händler, die der Konkurs noch schwerer treffen wird. Grössen wie Frigidaire, Samsung und Whirlpool gehörten zu den 20 ungesicherten Gläubigern, denen Sears laut Gerichtsdokumenten zwischen 5 und 23 Mio. USD schuldet.
Bei Sears selbst wird nun an jeder Ecke eingespart: Das amerikanische Handelsunternehmen plant, seine Anzahl an Mitarbeitenden noch weiter zu reduzieren. Bereits am Montag wurde diese von 90 000 auf 68 000 verkleinert; während den besten Zeiten waren es mal 350 000 gewesen. Sears gab bekannt, die Löhne und Leistungen der verbleibenden Mitarbeitenden durchgehend zahlen zu wollen. Der Restrukturierungsplan des Unternehmens sieht 142 Filialschliessungen bis zum Jahresende vor, übrig blieben etwas über 500 Filialen. Gegenüber den einstigen 4000 Filialen 2012 ist das ein dramatischer Absturz. Modemarken wie Levi’s, Wrangler und einige andere werden von der Insolvenz ebenfalls hart getroffen werden, da Sears als riesiger Fililalist die Umsätze dieser Firmen massgeblich beeinflusste.
Was unzähligen Menschen den Boden unter den Füssen wegreisst, bedeutet Erleichterung und neue Chancen seitens der Verwalter der Malls und Einkaufszentren, in denen Sears ansässig ist oder war. Ein Auszug des Handelsunternehmens könnte neue, zahlungsstärkere Mieter bedeuten, die wieder mehr Kunden anziehen.

Aylin Aslan